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Landkreis mietet ehemaliges Pfötchenhotel für Flüchtlinge an

Beelitz, den 03.12.2015

Das ehemalige Pfötchenhotel im Beelitzer Gemeindeteil Schönefeld wird kurzfristig zur Flüchtlingsunterkunft. Das hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark heute auf Anfrage aus dem Beelitzer Rathaus bestätigt. Demnach sei ein Mietvertrag mit dem Eigentümer des seit einem Jahr weitgehend leer stehenden Objektes unterzeichnet worden, eventuell bereits in der kommenden Woche sollen voraussichtlich 40 Menschen in den einstigen Betriebswohnungen untergebracht werden. Die seien sofort und ohne bauliche Veränderungen nutzbar, hieß es aus Bad Belzig. Ein weiteres Nebengebäude, das zunächst brandschutztechnisch ertüchtigt werden muss, soll in naher Zukunft Platz für schätzungsweise weitere 46 Flüchtlinge an diesem Standort bieten.

 

„Wir übernehmen als Stadt unseren Teil der Verantwortung, die zurzeit auf allen brandenburgischen Kommunen lastet“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Zugleich bemühen wir uns, die notwendige Unterbringung von Flüchtlingen gemeinsam mit dem Landratsamt sinnvoll zu steuern.“ Der Landkreis ist dafür verantwortlich, geeignete Unterkünfte für die aus den Erstaufnahmestellen zugewiesenen Menschen zu finden und anzumieten. So sind gerade erst neue Quartiere in Brück, Neuseddin und Teltow entstanden. Woher die Flüchtlinge kommen, die im Pfötchenhotel eine neue Bleibe finden sollen, ist bislang nicht bekannt.

 

Bürgermeister Knuth appelliert an die Beelitzer, vor allem an die Bewohner von Schönefeld, sich auf die neue Situation einzustellen. Den neuen Nachbarn solle man offen und respektvoll gegenübertreten. Sollte jemand indes helfen wollen, könne er sich jederzeit mit dem Landkreis in Verbindung setzen und erkundigen, wo Unterstützung gebraucht wird oder die Internetplattform helpto.de nutzen, auf der Spenden und Dienstleistungen koordiniert werden.

 

Den Landkreis hat Knuth indes schriftlich darum gebeten, die bestmöglichen Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen zu schaffen. „Das geschieht einerseits, indem bei der Unterbringung maßvoll vorgegangen wird und man auch die Einwohnerzahl der Ortschaften berücksichtigt, in welche die Flüchtlinge entsandt werden.“ Zum anderen müsse man die Einwohner früh und umfassend informieren. „Dadurch wird nicht nur Ärger vermieden, sondern mitunter sogar Verständnis und Hilfsbereitschaft geweckt.“

 

Einer Unterbringung von Menschen im Gewerbegebiet Beelitz, wie sie zuletzt von den dortigen Eigentümern angeregt worden war, erteilt der Bürgermeister indes eine Absage: Die angebotenen Liegenschaften seien aufgrund ihrer Lage und ihres Zustands denkbar ungeeignet für Unterkünfte. Generell sei ein Gewerbegebiet nicht der richtige Standort. „Die derzeitige Vermarktung unserer Flächen durch Neuansiedlungen und damit die positive Entwicklung des Gewerbegebietes insgesamt könnte durch plötzliche neue Anforderungen an den Lärm- und Emissionsschutz ins Wanken geraten“, begründet der Bürgermeister. Gerüchte über eine mögliche Ansiedlung an diesem Standort haben bereits Blüten getrieben und für große Verunsicherung gesorgt.

 

Bei Fragen kann man sich gern an die Stadtverwaltung Beelitz und den Bürgermeister wenden – per Email an info@beelitz.de, telefonisch unter 033204 3910 oder zu den Öffnungszeiten des Rathauses.

 

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