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Bürgermeister widerspricht "grauen" Zukunftsprognosen

Beelitz, den 09.12.2015

Geburtenrückgang, Abwanderung, Überalterung - der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth warnt davor, der jetzt vom Land veröffentlichten Bevölkerungsvorausschätzung zu trauen. „Die Prognosen basieren lediglich auf früheren Trends und aktuellen Schätzungen. Vor allem bei der Entwicklung des ländlichen Raumes wird aber die Arbeit der Städte, Ämter und Gemeinden völlig außer Acht gelassen: Seit Jahren stellen wir uns dem demografischen Wandel - und das sehr erfolgreich“, so der Bürgermeister.

 

Bernhard Knuth verweist auf das Beispiel Beelitz: Noch 2008 hatten die Experten der Spargelstadt allein bis heute einen Bevölkerungsrückgang von knapp 500 Menschen prophezeit. Das Gegenteil ist eingetreten: Statt der rund 11600 vorausgesagten Einwohner leben heute über 12100 Menschen in Beelitz. Damit hat die Stadt sogar ein moderates Wachstum zu verzeichnen. „Gelungen ist uns das mit viel harter Arbeit und der Unterstützung der Menschen vor Ort“, erläutert der Bürgermeister: So sei die Bausubstanz in der Stadt und den Ortsteilen von öffentlicher und privater Seite her modernisiert worden. Mit einem vielfältigen und hochwertigen Angebot an Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie zahlreichen Vereinen und Veranstaltungen habe man Beelitz als lebendigen Wohnort im Grünen für Zuzügler etablieren können.

 

Fatal wäre es indes, wichtige Zukunftsplanungen basierend auf den heute vorgestellten Prognosen anzustellen – zum Beispiel die Nahverkehrs- und Schulentwicklungsplanung oder den neuen Landesplan. „Wenn ein so massiver Bevölkerungsrückgang zur Grundlage erhoben wird, dann resigniert man nicht nur vor den Begleiterscheinungen des demografischen Wandels, man fördert sie sogar noch.“ Denn wenn Schulen auf Verdacht hin geschlossen, Buslinien eingestellt und Windparks errichtet werden, dann würden Gegenden alles andere als attraktiv für Zuzügler. Dadurch werde letztendlich auch eine durchaus mögliche Umkehr in der Bevölkerungsentwicklung in der Peripherie verhindert.

 

„Es gibt die Chance, von einer Abwanderung aus den Städten hinaus aufs Land zu profitieren“, so der Bürgermeister mit Verweis auf steigende Mieten und die wachsende Verkehrs- und Emissionsbelastung in den Metropolen.

 

Die aktuelle Vorausschätzung relativiert übrigens die früheren Prognosen für Beelitz zumindest ein wenig: Demnach werden der Spargelstadt in 15 Jahren statt 10300 jetzt immerhin noch 10900 Einwohner zugetraut. „Wir haben so viele Projekte auf unserer Agenda, mit denen wir Beelitz auch in Zukunft auf Kurs halten werden“, erklärt der Bürgermeister. „Dazu gehört die Sanierung der letzten maroden Gebäude in der Altstadt einschließlich des Bahnhofs, die Entwicklung unseres Bildungscampus sowie die Schaffung von Pflegestützpunkten in den größeren Ortsteilen. Und den Ausbau der touristischen Infrastruktur werden wir ebenfalls weiter vorantreiben.“

 

Übrigens schneidet Beelitz auch in diesem Jahr bei der Bevölkerungsentwicklung wieder durchweg positiv ab – sowohl bei der natürlichen Wanderungsbewegung als auch bei der räumlichen: Seit Januar sind bis heute 104 Kinder im Stadtgebiet geboren worden, demgegenüber stehen 95 Sterbefälle. An Zuzügen hatte die Stadt in diesem Jahr bis jetzt 719 zu verbuchen gehabt – gegenüber 492 Wegzügen. „Beelitz bleibt auch weiterhin attraktiv für seine Bürger, die hier Familien gründen, und auch für Zuzügler, die sich bei uns niederlassen möchten.“

 

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