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Geschichte

Die Siedlungsform der drei Ortskerne mit einer um einen Rundplatz angelegten Bebauung sowie einer darauf zu führenden Stichstraße lässt einen slawischen Ursprung vermuten – ebenso wie die Namensgebung von Kanin und Klaistow. Im Heimatkalender von 1913 leitet der Töplitzer Lehrer Böge den Namen Kanyn vom wendischen Koin oder Konin her, was Pferdedorf bedeuten sollte. „Wahrscheinlich trieb man in slawischer Zeit, durch die Nähe des Luch begünstigt, hier die Pferdezucht mehr als in den andren Dörfern der Gegend“ (Kreis-Kalender für Zauch Belzig, Werder: Luck 1913 – 1914).

 

 

Die Dörfer befanden sich zu ihrer Entstehungszeit am Rande eines Moores, das in noch früher Zeit ein See gewesen sein mag. Im Zuge der Kolonisierung der Gegend im Mittelalter sind auch in Busendorf, Kanin und Klaistow Deutschen Siedler ansässig geworden – wobei es auch nach der Eroberung der Mark Brandenburg durch die Askanier durchaus Orte, so genannte Kietze, gegeben hatte, in denen sich aufgrund rechtlicher Sonderstellungen das slawische Volkstum noch lange hielt (Hans Schultze: Die Brandenburgischen Stadtrechte im Mittelalter).

 

Das älteste Gebäude, die Kaniner Kirche, ist wahrscheinlich zeitgleich mit dem Kloster Lehnin im frühen 12. Jahrhundert entstanden: Die trutzige Bauweise aus Feldsteinen mit einem auch als Wacht- und Wehrturm tauglichen Vorbau kündet von der Grenzlage zu früheren Zeiten. Im Zuge der Reformation gelangte die Kirche an die Pfarrei in Bliesendorf: In einer Urkunde von 1540 wird dem dortigen Pfarrer unter anderem die Schäferei „uff der wußten velthmarck, als Verch, Canin, Bußendorff und Kleßtow“ zugesprochen (CDB, A X, S. 392). Wie die Kirche mussten sich die Bewohner der drei Dörfer aufgrund der geringen Einwohnerzahl seit jeher auch die Schule, die sich ebenfalls in Kanin befand, teilen.

 

 

Im 18. Jahrhundert wurden die drei sächsischen Dörfer, die wie eine Insel in die kurbrandenburgischen Lande hineinragten, zu einem Ärgernis für die preußischen Könige: Zum einen wurden sie als illegaler Umschlag- und Schmuggelplatz für den hierzulande hoch versteuerten Kaffee genutzt – der Name Kaffeegrund in einem Waldgebiet hat sich bis heute gehalten – und zum anderen flohen Soldaten vor dem strengen Alltag in der preußischen Armee über Kanin ins nahe gelegene Sachsen. König Friedrich II. konnte jedoch den Kaniner Krug als Deserteursfalle nutzen, denn dieser gehörte wiederum zu Preußen. Fahnenflüchtige, die sich in Sicherheit wiegten, wurden hier gefangen und zu ihren Regimentern nach Potsdam zurück gebracht, wo ihnen der Spießrutenlauf drohte.

 

Ansonsten wurden die Orte über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt. Nach einer Aufstellung der churfürstlich-sächsischen Lande von 1802 befand sich ein Rittergut von 11 Hufen in Busendorf und ein weiteres von 13 Hufen in Klaistow. Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1950, wurden die drei Orte zu einer Gemeinde Busendorf zusammengelegt. Bürgermeister wurde Alfred Thiele, der bis in die 1980er dieses Amt bekleidete. Im Zuge der Kollektivierung in der Landwirtschaft entstand in den 1950er Jahren die erste LPG in Busendorf. Weitere wurden in Klaistow und Kanin gegründet, alle drei wurden in den 1960ern zur Genossenschaft „Freiheit“ zusammengelegt.

 

Bis zu jenen Jahren gab es auch noch eine eigene Schule in Kanin. Aufgrund der größeren Kapazitäten der Schule in Fichtenwalde wurden die Kinder ab den 1960ern jedoch in die Nachbargemeinde geschickt.

 

 

Mit der deutschen Wiedervereinigung begann in Busendorf – wie überall in Beelitz - die Renaissance des Spargels, der zu DDR-Zeiten in den Genossenschaften bewusst vernachlässigt wurde. Landwirte aus den alten und neuen Bundesländern begannen Stück für Stück, Flächen für das Edelgemüse herzurichten und mit der steigenden Nachfrage zu erweitern. In Busendorf haben die Familien Buschmann und Winkelmann sowie die Familie Simianer mit ihren Höfen erheblich dazu beigetragen, den Beelitzer Spargel auf dem Markt und den Tischen der Berliner und Brandenburger zu etablieren.

 

2001 wurden die sächsischen Dörfer im Vorfeld der Gemeindegebietsreform in die Stadt Beelitz eingemeindet und bilden heute einen gemeinsamen Orts- mit drei Gemeindeteilen.