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Die Kaniner Kirche

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In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut, bildete die Dorfkirche Kanin wahrscheinlich einst eine Filialkirche des gleichzeitig gegründeten und nahe gelegenen Klosters Lehnin. Mit ihrer trutzigen Bauweise, dem schweren Turmvorbau und der Lage auf einem Hügel dürfte ihr in den frühen Jahren aber auch eine Wehrfunktion an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen zugekommen sein. Über die Entstehung ist darüber hinaus jedoch nichts bekannt.

 

Die Dorfkirche Kanin ist die wahrscheinlich älteste Feldsteinkirche der Mark Brandenburg, im Innern sind noch heute mittelalterliche Wandmalereien zu sehen. An der Nordwand befindet sich eine Darstellung des Einzuges in Jerusalem, die Jesus auf einem Esel reitend zeigt, an der Südwand befinden sich Heiligenbilder sowie einige Weihekreuze. Die Malereien stammen vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert gelangte die Kaniner Kirche an die Pfarrei Bliesendorf, zu der sie auch heute noch gehört.

 

Die bauliche Entwicklung der Kaniner Kirche ist recht gut dokumentiert: Der Turm wurde vermutlich im 17. Jahrhundert als hölzerner Dachturm errichtet und mit Ziegelsteinen abgeschlossen. Die Holzbalkendecke im Innern ist 1696 von Hans Herzlieb bemalt worden. Empore und Gestühl stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, eine Inschrift belegt die Zahl 1640 und den Namen Martin Schalm. Altar und Kanzel stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 1926 fand eine Restaurierung des Innenraumes statt, bei der auch die frühen Wandmalereien entdeckt worden sind. 1991 fand eine umfassende Restaurierung der Kirche insgesamt statt, 2002 erfolgte auch die Wieder-Inbetriebnahme der Orgel.

 

An den Wänden des Gestühls künden übrigens mehrere Tafeln von den Gefallenen mehrerer Kriege – angefangen beim Deutsch-Österreichischen Bruderkrieg 1866 mit zwei Opfern über den Ersten Weltkrieg mit 25 Toten bis zum Zweiten Weltkrieg mit sechs gefallenen oder vermissten Busendorfern.

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Aktuelle Meldungen

Auf der Spur der Kaffeeschmuggler

(14.06.2017)

Die Outdoor-Gruppe der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde Bliesendorf traf sich im Mai in Klaistow, um ein Stück des alten Grenzverlaufes zu erlaufen und Geschichte hautnah zu erleben. Zuerst wurde auf alten Karten aus dem 14. und 18. Jahrhundert der Grenzverlauf studiert und die Lage der drei sächsischen Dörfer Kanin, Klaistow und Busendorf sowie der Mutterkirche Bliesendorf ermittelt. Anschließend wurde die alte Brücker Straße in Klaistow aufgesucht - heute auch als Wanderweg ausgeschildert - und Richtung Borkwalde abgelaufen.

 

Auf halber strecke gelangten dann die Wanderer zum sogenannten „Kaffeegrund“. Dieses unwegsame Waldstück zwischen Borkwalde, Kanin und Klaistow zeichnet sich durch eine Vielzahl von Hügeln und „Schluchten“, auch Grund genannt, aus. Im Unterholz dieses unwegsamen Geländes trieben vor über 200 Jahren die Schmuggler ihr Unwesen. Luxusgüter, zum Beispiel Kaffe, waren in Preußen teuer und kosteten viel Steuern, beziehungsweise an der Grenze, in der Nähe von Ferch, auch Zoll. Um die Waren aber noch kostengünstig zu verkaufen, verlegte man sich auf das Schmuggeln, indem man die Zoll– oder Grenzposten an einer grünen Grenze, dem Kaffeegrund, umging. So kamen auch die Potsdamer und Berliner Bürger in den Genuss des heiß begehrten Getränkes zu erschwinglichen Preisen. Die Geschichte konnten die Kinder nun selbst erleben, als sie durch den „Kaffee-grund“ marschierten.

 

Zum Abschluss gab es ein zünftiges Picknick auf ehemaligem sächsischen Gebiet, aber ohne Kaffee, dazu war es zu heiß. Den Organisatoren Frau  Dorig und Frau Uecker herzlichen Dank. Frau Niederland zeigte die Örtlichkeiten und führte entlang der „ehemaligen Grenze“.

Foto zu Meldung: Auf der Spur der Kaffeeschmuggler